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„Er besitzt präzise Gestik, einen fesselnden Blick und ein offenkundiges Einfühlungsvermögen für die Musiker. Benoît Fromanger ist ein erstaunlicher Chef und wie sonst keiner in der Lage, seine Leute zu mobilisieren und dazu zu bringen, ihr Bestes zu geben. Wenn man ihn sieht, merkt man, daß er mit den ganz Großen gearbeitet hat: Kleiber, Maazel, Bernstein, Haitink, Barenboim, Muti, Mehta …
Fromanger hat einen zweiten Karriereabschnitt brillant begonnen. Wir konnten uns glücklich und stolz schätzen, dies mit ihm zu erleben. A star is born, soviel ist sicher!“

Philip de la Croix
Direktor von Mezzo TV, Direktor der Konzertsaison Prima La Musica !



Interview
Benoît Fromanger - Von der Flöte zum Dirigentenstab

Der Flötist Benoît Fromanger beginnt eine Karriere als Dirigent. Er erklärt uns, was ihn zu dieser neuen Leidenschaft geführt hat.

„Heute bin ich als Gastsolist und Professor an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin tätig. Zehn Jahre lang war ich Solist an der Pariser Oper, anschließend elf aufeinanderfolgende Jahre beim Symphonieorchester des Bayrischen Rundfunks. Ich habe also viele Dirigenten kennengelernt. Wenn man eine Musikformation dirigiert, hat man einen ganz anderen Zugang zur Musik; es ist eine ganz andere Art, einer musikalischen Botschaft Ausdruck zu verleihen. Es ist eine neue Erfahrung, wegen der ich ganz bestimmt nicht auf mein Instrument verzichten werde.

Wie lassen sich diese beiden Tätigkeiten als Instrumentalist und als Dirigent vereinbaren?
Fest steht, dass ich es nicht wie andere Solisten machen möchte, die, sobald sie ein bestimmtes Alter erreicht hatten, so „vage“ angefangen haben, zu dirigieren … Hätte man mir vor vier Jahren gesagt, dass ich eine Karriere als Dirigent beginnen würde, hätte es mich mehr als alle anderen überrascht! Ich habe das Bedürfnis, diese Tätigkeit auszuüben in meinem tiefsten Innern gespürt. Ich denke, ich habe Erfahrungen und Wissen gesammelt, die ich vermitteln kann. Und ich kenne das Orchester von „innen“, die Reaktionsfähigkeit der Musiker … Die Tatsache, die größten Dirigenten wie Bernstein und Kleiber bei der Arbeit erlebt zu haben, die Ratschläge von Professor Rolf Reuter in Berlin, der unter anderem Generalmusikdirektor in Leipzig war und auch die Unterstützung durch Valéry Gergiev helfen mir dabei, die „Ticks“ des Instrumentalisten zu korrigieren und meine Dirigententechnik zu bereichern. Ich möchte nicht nur gelegentlich Dirigent sein. Ich gehe diese Tätigkeit in der Tiefe an und beschäftige mich mit den unterschiedlichsten ästhetischen Ansätzen, mit der Zusammenstellung der Programme. Die Resonanz der Musikgenres untereinander hat mich schon immer fasziniert …

Welche sind Ihre nächsten Projekte als Dirigent und als Flötist?
Im Januar dirigiere ich das Ostinato Orchester im Rahmen eines Programms aus Werken von Philippe Hersant, Haydn und Mendelssohn, dann werde ich andere Formationen in Frankreich und der Türkei dirigieren. Die Dirigententätigkeit nimmt bereits ein Viertel meiner musikalischen Aktivitäten ein. Als Solist werde ich regelmäßig eingeladen und manchmal mache ich Vertretungen in verschiedenen Formationen wie zum Beispiel bei den Berliner Philharmonikern, dem Europäischen Kammerorchester. Ich weiß noch nicht, wie ich das alles organisieren werde. Aber ich finde dieses Abenteuer sehr spannend, da es vor allem noch immer mit dem Begriff der Freude verbunden bleibt.“

Das Interview führte Stéphane Friedrich für La lettre du musicien (03/2007).
Mit der Unterstützung des Conseil Général des Alpes Maritimes und unter der Schirmherrschaft von Lionel Bringuier.
Aus dem Französischen von Julia Wissel